Nach der ersten Session mit Peter Purgathofer teilt sich die Menge in mehrere Gruppen - ich blogge vom Sitzkreis "Papierloser Landtag (Steiermark)" mit Heinz Drobesch.
Heinz Drobesch erzählt vom papierlosen Landtag, einem Projekt, dass 2003 initiiert und bis 2005 umgesetzt wurde. Hintergrundgedanke war jener, dass die Vorteile von Papier und digitalen Daten verbunden und Prozesse transparenter gemacht werden sollten. Vor dem papierlosen Landtag verursachte die Menge an Papier hohe Kosten (rund 200.000 EUR pro Jahr nur für Kopieren und Drucken) und eine Verlangsamung der Prozesse.
In der Umsetzungsphase zeigten sich dabei diverse Probleme: Anfangs waren viele der Abgeordneten nicht vertraut mit der Technik des papierlosen Antrags (basierend auf einer Webanwendung) und damit überfordert (mittlerweile wird das System allerdings akzeptiert und genutzt). Es erhielten jedoch alle Abgeordnete Laptop und einen WLAN-Zugang. Wer nun druckt, druckt auf eigene Kosten. Vorteile des papierlosen Landtags zeigen sich also vor allem in der Kosten- (rund 100.000 EUR pro Jahr) und auch Zeitersparnis (geringere Reisenzeiten etc). Es ist nun jedoch auch ersichtlich, wer an welchem Prozess beteiligt ist. Zugriffszahlen geben weitere interessante Aufschlüsse über die Nutzung und Beteiligung der Abgeordneten. Die Effizienz steigt sicherlich, so Drobesch, was die Qualität der Arbeit angeht, so könne er keine Aussagen machen.
Das System wird laufend erweitert. Zur Zeit wird versucht, die Regierungssitzungen zu digitalisieren und auch hier die Vorteile der Papierlosigkeit genießen zu können.
In naher Zukunft soll von verschiedenen Sitzungen ein Livestream zur Verfügung stehen. Zur Zeit gibt es lediglich Soundfiles.
Wovon man im Landtag noch weit entfernt ist, sind Abstimmungen, die in Sitzungen stattfinden, online gemacht werden können. Dafür ist das System noch nicht etabliert genug.
"Sind Web-2.0-Anwendungen Chancen oder Risiken für die Zukunft der Politik?"
Wichtig ist die Nähe zu den Bürgern, daher ist das Web 2.0, das social web, eine Chance für Politiker, die durch viele offizielle Termine in Gefahr geraten, zu sehr auf Distanz zu den Bürgern zu gehen. Also: Ja, das Web 2.0 ist eine wichtige Chance für die Politik.











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