zwei tage politcamp liegen hinter mir, an der fh joanneum
ging es um politik und web 2.0. eine tolle erfahrung, angeregte
diskussionen, nützliche links und eine wirklich sehr geniale
möglichkeit zum networken. vielleicht wurde nicht ganz der geist eines
barcamps getroffen, vielleicht machte es das aber auch gerade spannend.
neben bloggern, wie helge, heinz, christian, hannes, ton, olaf etc (die komplette teilnehmerliste)
-
natürlich auch studierenden von der fh - hatten sich auch ein paar
politiker eingefunden. am besten eingebracht hat sich - meiner meinung
nach - christoph chorherr, er war der einzige, der beide tage nicht nur anwesend war, sondern sich auch aktiv beteiligte. michi mojiz
gab gestern abend einen kleinen einblick in ihre arbeit als
övp-bundesgeschäftsführerin und ihre erfahrungen als bloggende
politikerin.
eine etwas fragwürdige "perfomance" legte die grüne grazer vize-bürgermeisterin lisa rücker.
nicht nur, dass sie ihre blog-adresse nicht selber wusste. sie sorgte
auch für den spruch, besser gesagt, die frage des wochenendes. auf
meine frage, ob denn facebook für den nächsten wahlkampf verstärkt
genutzt werden könnte - wie zum beispiel zur zeit in den usa - hatte
sie nur folgendes zum besten zu geben: "wenn du mir erklärst, was ein
facebook ist...?" es tut mir leid, wer heute nicht mehr weiß, was
facebook ist, der hat die letzten jahre wohl weder zeitung gelesen,
noch sich mit dem web auseinander gesetzt. eigentlich komisch für
jemanden, der etwas über "bloggen im grazer wahlkampf" erzählte und
findet, dass bloggen heutzutage zum politischen handwerkzeug gehört.
aber zeigt wieder einmal, dass politiker, wenn sie bloggen, dies (zum
großen teil) als pr-mittel sehen. das erklärt auch ihre aussage, dass
"privates" bloggen für sie nicht in frage käme, da wäre ihr die zeit zu
schade.
politiker und bloggen scheint nicht ganz so zu passen - zumindest
nicht, wenn es so gemacht wird, wie zur zeit. es interessiert auch keinen - zu dem schluss kamen wir
zumindest. sie sollten sich mehr mit dem thema auseinander setzen, sich
vielleicht mal ein beispiel am christoph nehmen. das politikcamp 2009
bietet eine möglichkeit - das wird's sicher geben, auch ein ergebnis zu
dem wir kamen.
was für eine "macht" blogger haben können, zeigte helge heute mit der geschichte von google & kronstorf.
für mich hat sich das politcamp auf jeden fall gelohnt, jetzt kenn
ich die leute, deren blog i
ch öfter lese oder mit denen ich schon per twitter, friendfeed
usw. kontakt habe, auch mal persönlich. noch dazu hab ich neue
interessante menschen kennengelernt und angeregte gespräche führen
können.
sehr gut hat mir der vorschlag von hannes gefallen, ein grazer blognetzwerk aufzubauen. sich einmal im monat zu treffen und sich untereinander auszutauschen. das werde ich auf jeden fall in angriff nehmen.
fotos vom politcamp bei flickr
von ton
von christian
von helge
von heinz
von basti
*****schneeengel*****
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Stimmt. Lisa Rücker hat neben Christoph Chorherr in Punkto Web-Kompetenz alt ausgesehen. Allerdings dürfen wir nicht vergessen, dass wir uns in einer medialen Zeitenwende befinden. Vor zwei Jahren war auch mir zu Beginn meines Journalismusstudiums noch unklar, was ein Weblog (Blog) ist. Und die Diskussion darüber, welche politischen Produktivkräfte in ihm liegen (und in anderen Web2.0-Tools), fängt gerade erst an. Etwas hat Lisa Rücker auf jeden Fall verstanden: Es geht darum, authentisch zu sein. Und so hat sie sich beim PolitCamp in Graz gezeigt. Gerade diese Authentizität wird in der Web-Kommunikation ja immer gefordert und als Qualitätsmermkal definiert. Lisa Rückers ehrliches Geständnis, nicht zu wissen, was Facebook ist, müssten demnach die anwesenden Blogger und Politikinteressierten offen und ohne Ironie aufgenommen haben.
Kommentiert von: Regina Joschika | 01. Juni 08 um 09:30 Uhr
Stimmt. Lisa Rücker hat neben Christoph Chorherr in Punkto Web-Kompetenz alt ausgesehen. Allerdings dürfen wir nicht vergessen, dass wir uns in einer medialen Zeitenwende befinden. Vor zwei Jahren war auch mir zu Beginn meines Journalismusstudiums noch unklar, was ein Weblog (Blog) ist. Und die Diskussion darüber, welche politischen Produktivkräfte in ihm liegen (und in anderen Web2.0-Tools), fängt gerade erst an. Etwas hat Lisa Rücker auf jeden Fall verstanden: Es geht darum, authentisch zu sein. Und so hat sie sich beim PolitCamp in Graz gezeigt. Gerade diese Authentizität wird in der Web-Kommunikation ja immer gefordert und als Qualitätsmermkal definiert. Lisa Rückers ehrliches Geständnis, nicht zu wissen, was Facebook ist, müssten demnach die anwesenden Blogger und Politikinteressierten offen und ohne Ironie aufgenommen haben.
Kommentiert von: Regina Joschika | 01. Juni 08 um 09:32 Uhr
nein - da muss ich dir widersprechen. wer nicht weiß, was facebook ist, der hat die letzten jahre weder spiegel, noch profil, noch zeitungen gelesen. denn da geistert dieses facebook nämlich schon eine ganze weile umher... und das kann ich von einer politikerin ja wohl erwarten.
authentisch ist da meiner meinung nach sehr wenig, wenn ihr privat die zeit dafür zu schade wäre, wie sie gesagt hat. dann ist das ganze nämlich nur parteipolitisch - und nichts anderes! und parteipolitik ist für mich alles andere als "authentisch".
Kommentiert von: schneeengel | 01. Juni 08 um 13:07 Uhr
oje, die kenntnis von facebook als maßstab für die qualität des medienkonsums herzunehmen geht jetzt doch zu weit. gerade politiker lesen zeitungen weitaus genauer als der durchschnittskonsument, auch wenn sie nicht auf der suche nach ihrem namen sind. dass sie ihre themen nicht primär den net-business seiten entnehmen, ist auch nachvollziehbar.
eigentlich traurig für ein barcamp: teilnehmer sollten nicht belächelt werden, wenn sie nicht völlig uptodate sind, schließlich geht man ja dort hin, um neues zu lernen. lisa rücker hat sich sehr couragiert in ein umfeld begeben, das sicher nicht ihr eigenes ist. daher ist es ihr hoch anzurechnen, dass sie sich trotzdem den sehr kritischen bloggern gestellt hat.
Kommentiert von: Josef Puschitz | 01. Juni 08 um 14:01 Uhr
es ist ja nicht so, dass ich es ihr nicht anrechne, dass sie - im gegensatz zu vielen anderen! - da war. meine aussage war vielleicht zu überspitzt, ich will ihr damit nicht unterstellen, dass sie medien nicht konsumiert. aber wenn sie über das "internet-verhalten" von ihrem bürgermeister her zieht - und ihn durchaus etwas blöd da stehen lässt - muss ich da nicht von ihr erwarten, dass sie sich selbst etwas genauer damit auseinander gesetzt hat?
das große problem von politik und web 2.0 ist, dass sich die politiker zu wenig damit auseinandersetzen.
Kommentiert von: schneeengel | 01. Juni 08 um 15:18 Uhr
nachtrag:
und facebook war in letzter zeit nicht nur auf den tec-seiten zu finden, sondern auch in den wirtschafts- und politikspalten. ich erinnere nur an themen wie den chinesischen ministerpräsidenten (egal ob fake oder nicht), microsofts interesse an dem social network und und und.
social networking ist nicht mehr ein thema, das nur noch auf "tec-seiten" auftaucht...
Kommentiert von: schneeengel | 01. Juni 08 um 15:26 Uhr
Lisa Rücker weiß jetzt - nach dem PolitCamp - ganz bestimmt, was Facebook ist. Und geht es nicht genau darum? Wir sollten Türen aufmachen und nicht zusperren, in dem wir vorschnell urteilen (was meiner Meinung nach auch sehr schnell arrogant wirkt, was gar nicht zu Web2.0 passt). @schneeengel: versteh mich nicht falsch, ich möchte dir mit diesem Kommentar auf keinen Fall Arroganz vorwerfen!
Kommentiert von: Regina Joschika | 01. Juni 08 um 16:25 Uhr
ich finds auch nicht soooooooooooo schlimm das sie nicht weiß was facebook ist - da gibts sicher noch zahlreiche andere. schlimm fand ich, dass sie die adresse ihrer internetseite nicht wusste...
Kommentiert von: clemens ticar | 01. Juni 08 um 16:29 Uhr
@regina: nein, schon okay - ich versteh was du meinst...
Kommentiert von: schneeengel | 01. Juni 08 um 16:37 Uhr
Naja in gewisser weise war ihre Frage durchaus entwaffnend. Es war zu erwarten, dass sie mit dieser Aussage zum Running Gag des Politcamps wird.
Mich hat das offensichtliche Dissen von Bürgermeister Nagl auch gestört. Man sagt: "Mit vollen Hosen ist gut stinken."
Dass Rückers Hosen nicht ganz so voll sind, wie zuvor dargestellt hat sie wenige Minuten später bewiesen.
weiter führender Link:
http://www.nachrichtenfluss.net/wordpress/?p=38
Kommentiert von: Michael Neumayr | 01. Juni 08 um 18:18 Uhr