Und wir dachten schon, unsere Medienarbeit wäre völlig für den Hugo gewesen: Spät, aber doch hat sich die Online-Redaktion des Standards entschieden, unsere Presseinfos zu verwerten. Herausgekommen ist ein Interview mit dem virtuellen PolitCamp-Teilnehmer Josef Mantl (zum Vergleich: unser Interview). Über den Web2.0-Wahlkampf kam Mantl beim Standard nicht zu sprechen, ist das Thema doch zu sperrig?
Vielleicht auch der Grund, warum das PolitCamp medial unterging: die Vielfalt eines BarCamps lässt sich nur schwer auf einen Nenner bringen, Medien bevorzugen eben klare Botschaften. Auch Georg Holzer lies in Graz wissen, dass sein Klagenfurter BarCamp gerade mal bei der Premiere mediale Aufmerksamkeit bekam, um die Zweitauflage wurde es dann schon sehr still. Fürs nächste Jahr gilt es also scharf darüber nachzudenken, wie wir das nächste PolitCamp so für Medien aufbereiten, dass sie sich auf das zugegeben schwierige Terrain begeben. Gerade für Printmedien eine Herausforderung: Gruppenfoto mit Organisatoren und BU drunter wird nicht reichen.











Frage(n): Brauchen wir die (fragwürdige) Aufmerksamkeit der traditionellen Medien überhaupt? Oder wäre es nicht doch besser, die Partizipation des "long tail" zu intensivieren?
Nach meinem Verständnis ging und geht es beim PolitCamp ja nicht darum, sozusagen auf einer Meta-Ebene etwas zu "produzieren", worüber Medien (gnadenhalber) berichten, sondern um die Entwicklung und Etablierung eines alternativen politischen Konzeptes ("Politik 2.0") qua Vernetzung.
Wenn dies dann den (blanken) Nerv der Medien trifft, umso besser. Aber das kann nicht der Zweck sein, nur ein Nebenprodukt.
Kommentiert von: Markus Pirchner | 09. Juni 08 um 14:36 Uhr
... wer bloß Politik verstehen will kann das allein oder in der Clique auch aus einer stillen Ecke heraus tun (ggf. könnte das selbst als minimalistisches Signal sogar wiederum Bedeutung erlangen?) - von der Hoffnung getragen, daß endlich einmal die "Guten" und nicht immer die "Unmoralischen/Schlechten/Starken/..." überleben
... aber wer Politik (positiv) beeinflussen möchte, d.h. mehr als nur passiv miterleben (mitleiden?), der muß es halt hinnehmen, daß die Vorstellungen der "Guten" nicht gleich und nicht von allen erkannt werden, aber wenn es für die werten MedienkonsumentInnen
- aufzeigbar nützlich/vorteilhaft ist
. und/oder
- unterhaltsam(real wichtiger Aspekt!)
. und/oder
- gegen klares Unrecht angeht
dann besteht ja ein Wengerl an Hoffnung, und wenn es "ergänzend" derart präsentiert wird, daß p.t. RedaktuerIn damit auch noch Geld/Zeilenhonrar mühearm verdienen kann ... dann besteht Hoffnung auf ein "Bingo"
... natürlich darf nicht ignoriert werden, daß die "Anderen" womöglich ebenfalls (natürlich irrigerweise!) die "Guten" zu sein glauben und die resultierende Aufmerksamkeit/Medienwirkung oder Ignorieren/... ein Fehl (wäre natürlch Sauerei!)in der p.t. Wertigkeit/Richtigkeit/... bedeuten "kann"
:-)
PS: maßgeblichen PolitikerInnen ein "Reiberl" mitzugeben hat nachweislich besonderen Unterhaltungswert, und wird deshalb von vielen Medien-Wirkungs-Interessierten gerne verwendet
Kommentiert von: Peter Zurk | 13. Juni 08 um 14:48 Uhr
@ markus: ja, ich denke tatsächlich, dass wir die traditionellen medien brauchen. zumindest für das politcamp war es ein ziel, nicht nur die alpha-blogger zu kriegen, sondern auch interesse außerhalb der blogosphäre zu wecken. grade wenns um teibstoff für die demokratie geht, sollten auch die "leute dort draußen" etwas mitkriegen. und hinkommen und mitreden wollen. insofern lieber vor- als nachberichterstattung, klar.
@peter: vor dem besagten "reiberl" hat der großteil der eingeladenen politiker wohl auch angste gehabt, daher die vielen "terminlichen" absagen. bleibt die frage, ob es nicht eh gut so war...
Kommentiert von: Josef Puschitz | 14. Juni 08 um 13:04 Uhr